Jetzt kommt alles in den Mund – Die orale Phase beim Baby

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Jetzt kommt alles in den Mund – Die orale Phase beim Baby

In den ersten Lebensmonaten beginnt das Baby immer öfter, alles Greifbare auch in den Mund zu stecken. Wenn es nichts zu greifen gibt, müssen Finger oder Zehen herhalten. Der Grund für diese orale Phase liegt darin, dass in dieser Zeit Mund und Lippen die empfindlichsten Sinnesorgane des Körpers sind.

Der erste Sinn ist der Tastsinn

Der Tastsinn ist bei Babys der Sinn, der als erstes voll funktionsfähig ist. Damit ist allerdings nicht unbedingt der Tastsinn an Händen oder Füssen gemeint, sondern vor allem der orale Bereich – jener Bereich von Mund und Lippen. Daher ist es kaum verwunderlich, dass Babys sich nach den ersten Lebensmonaten so ziemlich alles in den Mund stecken, was greifbar ist. Natürlich gehören auch Finger und Zehen dazu. Mit diesem Wissen wird auch schnell klar, warum Babys so gern an ihrem Schnuller nuckeln. Schnell finden sie auch hier ihr Lieblingsmodell, eben den Schnuller, der sich am besten anfühlt.

Die orale Phase nimmt keine Rücksicht

Ein Baby erkundet über Mund und Lippen so ziemlich alles, was die Umgebung zu bieten hat. Dabei geht es freilich recht skrupellos vor, denn mögliche Gefahren kennt das Kind noch nicht. So wird auch beispielsweise heisse Nahrung zunächst unbedacht in den Mund gesteckt. Die Reaktion, bis das Kind den Schmerz der Hitze fühlt, dauert insgesamt deutlich länger als bei reiferen Kindern oder gar Erwachsenen. Auch wenn diese Erfahrung unangenehm ist, sie gehört zum normalen Lernprozess dazu. Dennoch sollten Eltern Sorge dafür tragen, dass wirklich gefährliche Gegenstände beispielsweise spitze Utensilien oder schnell verschluckbare Gegenstände, möglichst ausserhalb der Reichweite von Babys aufbewahrt werden.

Vorsicht vor zu viel Sauberkeit!

Junge Eltern sind natürlich besorgt um die Gesundheit ihres Kindes und versuchen daher die Gegenstände, die häufig in den Mund genommen werden, möglichst sauber zu halten. Das ist grundsätzlich auch eine gute Massnahme, leider übertreiben es viele Mütter oder auch Väter gern mit der Hygiene. Steril sollten Spielzeug oder sonstige Gegenstände nicht sein. Die Aufnahme einiger Bakterien aus der Umgebung ist sogar sehr wichtig, denn so kann sich das Immunsystem hervorragend entwickeln. Zu hygienische Umstände können dazu beitragen, dass ein Kind später öfter an Krankheiten oder Allergien leidet.

Fazit

Kinder stecken sich alles in den Mund. Was manche Eltern zur Sorge oder auch zur Weissglut treibt, ist völlig normal und wichtig für die Entwicklung des Kindes. Wer die grössten Gefahren für das Kind ausräumt, kann sich über eine gesunde Entwicklung freuen!
 
Text: Daniel D. Eppe