
Diese Erkrankung beruht auf einer anlagebedingten verstärkten Reaktion der Haut auf innere und äussere Reize – dies zeigt sich dann als Entzündung auf der Haut. Sind beide Elternteile daran erkrankt, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass auch das Kind die Neigung dazu besitzen wird. Zudem sorgen unterschiedlichste Umwelteinflüsse dafür, dass es zu einer überschiessenden Reaktion des Immunsystems kommt. Die Erkrankung beginnt im Kleinkindesalter meist an den Wangen und am Kinn sowie in den Ellenbeugen und Kniekehlen. Die Ekzeme können aber auch den gesamten Körper befallen.
Natürlich bedeutet diese Diagnose anfangs Dauerstress. Lehnen Sie Unterstützung, die Ihnen angeboten wird, nicht ab! Sind die Eltern müde und überlastet, fehlt es ihnen an der nötigen Nervenstärke, um mit dem oft anstrengenden Kind zu Recht zu kommen. Zudem kann sich Ihre Anspannung auf das Kind übertragen, was wiederum eine Verstärkung der Hautsymptome auslösen kann. Versuchen Sie, beispielsweise durch das Erlernen von Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Tai-Chi oder autogenes Training mehr Gelassenheit zu entwickeln.
Um den Nachwuchs nicht noch zusätzlich zu belasten, empfiehlt es sich, folgende allgemeine Empfehlungen im Umgang mit an Neurodermitis erkrankten Kindern zu beachten: Zur notwendigen Reinigung sollten nur kurze, lauwarme Bäder durchgeführt werden. Nach dem Waschen und Schwimmen ist eine sofortige Hautpflege vonnöten. Die Fingernägel sollten möglichst kurz geschnitten sein, auch das Tragen weicher Baumwollkleidung ist angenehmer als tierische Wolle. Nach Absprache mit dem behandelnden Arzt können am Abend juckreizstillende Medikamente verabreicht werden. Überheizte Räume sollten vermieden werden, viel wohler tut der Haut ein Aufenthalt an der frischen Luft. Informieren Sie – sobald Sie ein Auftreten von Hautveränderungen bemerken – sofort Ihren Arzt, denn eine frühzeitige Behandlung bringt bessere Chancen für erfolgreiche Behandlung mit sich.
Viele Eltern werden durch Sorge oder Mitleid dazu verleitet, ihr Kind zu sehr zu verwöhnen und zu behüten. Um jedoch eine stabile Persönlichkeit zu entwickeln, braucht auch dieser kleine Patient eine Portion Liebe und Fürsorge, aber eben – wie alle anderen Kinder – auch klare Grenzen.
Text: Sabine Trach
Mehr zum Thema Neurodermitis bei curado.de