Baby - Nuggi abgewöhnen, ab wann?

Bewerte diesen Artikel

6 Bewertungen

 

Baby - Nuggi abgewöhnen, ab wann?

Fast jedes Baby hat zumindest eine Zeit lang einen Nuggi. Er soll im Wesentlichen dazu dienen, das Kind zu beruhigen und den natürlichen Saug-Instinkt zu unterstützen. Kritiker sehen im Nuggi die Gefahr von Zahnfehlstellungen oder späteren Sprachstörungen. Wie viel und wie lange Schnuller ist nun gesund?

Ist der Nuggi sinnvoll?

Kritiker bezeichnen den Nuggi immer wieder als Übel unserer Zeit und als Instrument «fauler» Eltern. Sie nutzen nach Meinung der Gegner den Nuggi nur, um das Kind möglichst schnell zu beruhigen.
 
Fest steht, dass der Nuggi keineswegs eine Erscheinung unserer modernen Welt ist. Schon im alten Ägypten kannte man Vorläufer. Damals verwendete man kleine Tonfiguren, die mit Honig gefüllt waren. Später wurden Materialien wie Kork, Textil und schliesslich Gummi verwendet, um Babys zu beruhigen.

Was gegen den Nuggi spricht

Echte Nuggi-Gegner sind vor allem Zahnärzte. Sie sind immer wieder mit zahlreichen Zahnfehlstellungen oder Kieferproblemen konfrontiert, die auf das zu intensive Tragen eines Nuggis zurückzuführen sind. Allerdings gilt auch als sicher, dass der Nuggi immer noch die bessere Nuckel-Option ist als der Daumen. Schäden, die durch das Daumen-Nuckeln entstehen, sind weitaus gravierender, vor allem im Kieferbereich.
 
Der ständige Protest der Zahnärzte hat allerdings auch Wirkung gezeigt. Mittlerweile gibt es sogenannte kiefergerechte Schnuller für Babys. Sie sollen Zahn- und Kieferschäden deutlich senken.

Wann sollte der Nuggi verschwinden?

Idealerweise beginnt der «Nuggi-Entzug» ab dem zweiten Lebensjahr. Hier müssen Eltern natürlich eingreifen, denn Kinder werden ihn nur ungern von allein abgeben. In der Praxis hat sich das schrittweise Entwöhnen bewährt. So muss das Kind über den Tag ohne Nuggi auskommen, darf ihn aber noch eine Zeit lang als Einschlafhilfe benutzen.
 
Wenn die Entwöhnung in diesem Alter nicht beginnt, besteht die Gefahr von Folgeschäden. Man erkennt Kinder, die zu lange genuckelt haben, beispielsweise am lutschoffenen Biss. Hier fehlt der Kontakt zwischen Ober- und Unterkiefer, den Freiraum nahm lange Zeit der Nuggi ein. Ferner kann man bei solchen Kindern immer wieder Sprachstörungen feststellen. Oftmals gibt es dann Probleme bei der Aussprache von S- und Z-Lauten.

Entwöhnung und die Schnullerfee

Eltern müssen die Entwöhnung in jedem Fall sehr sorgsam und verständnisvoll durchführen. Es müssen schlagkräftige Argumente gefunden werden, die dem Kind das Nuckeln am Schnuller nicht mehr «schmecken» lassen. Über den Geschmack kommt man übrigens meist nicht an sein Ziel. Die Methode, den Schnuller mit übelschmeckenden Flüssigkeiten einzustreichen, hat sich auf Dauer nicht bewähren können.
 
Die «Schnullerfee» könnte eine wirksame Methode sein. Ähnlich wie die Zahnfee, die die ausgefallenen Milchzähne eingesammelt und dafür ein kleines Geschenk hinterlassen hat, kann auch bei Aufgabe des Schnullers ein kleines Präsent winken.

Den richtigen Nuggi kaufen

Für viele Eltern gehört der Nuggi nach wie vor dazu. Zum Wohl des Kindes sollte man allerdings auf die Anschaffung des richtigen Nuggis achten. Derartige Nuggis erkennt man an einem auf beiden Seiten abgeflachten und weichen Saugteil und eine zusätzliche Auflageleiste für Kiefernleisten und Lippen. Zudem gilt es zu beachten, dass es unterschiedliche Modelle je nach Alter des Kindes gibt.

Fazit

Der Nuggi wird auch in der Zukunft zu fast jedem Kind dazugehören. Sofern man sich für einen guten Nuggi mit kiefergerechter Konstruktion entscheidet und seinem Kind nicht länger als bis zu seinem zweiten Lebensjahr die «Nuckelhilfe» gewährt, dürften Folgeschäden weitestgehend ausgeschlossen sein.
 
Text: Daniel D. Eppe