Sicherheit für die Kleinsten – so wird die Wohnung gefahrenfrei
Das Baby – endlich ist es da! Und von nun an soll es ihm natürlich so gut wie möglich gehen, an nichts soll es dem oder der Kleinen fehlen. Viele Eltern übersehen allerdings, dass die alltägliche Umgebung für Babys ganz und gar nicht ungefährlich ist. Wo in der eigenen Wohnung drohen denn tatsächlich Gefahren für das neue Familienmitglied?
Vorsicht – giftige Dämpfe!
Viele Kinderzimmer, Schlafecken und Utensilien werden erst kurz vor der Geburt für den Neuankömmling vorbereitet, renoviert oder frisch gestrichen – schliesslich soll «er» bzw. «sie» sich sofort wohlfühlen im neuen Heim! Leider sind nicht alle Farben, Lacke und Kleber gesundheitlich unbedenklich, oft sind gefährliche Lösungsmittel enthalten. Diese reizen gerade bei Neugeborenen die empfindlichen Atemwege, oft auch Augen und Haut. Daher gilt es, vor dem Lospinseln gründlich die Hinweise auf Dosen und Tuben zu studieren – für Kinder unbedenkliche Stoffe sind entsprechend ausgewiesen. Frisch verlegtes Laminat oder neue Teppichbeläge verströmen ebenfalls häufig ungesunde Gerüche, auch hier sollten die Räume unbedingt über mehrere Tage hinweg gelüftet werden.
Gefährliche Stürze…
In fast allen Haushalten zählt sie zur Baby-Grundausstattung: die Wickelkommode. Es ist ja auch so praktisch, das Kind in bequemer Arbeitshöhe zu wickeln und umzuziehen, zumal sich alles dafür Erforderliche griffbereit in den Schüben und Fächern verstauen lässt. Doch so ganz unumstritten ist das Möbelstück nicht, denn gerade hier ereignen sich oft gefährliche Stürze. Ein kleiner unaufmerksamer Moment reicht aus, und das Kind kullert flink zur Seite und in die Tiefe, während Mama doch nur schnell nach der Creme greifen wollte. Die Skandinavier und Briten verhalten sich hier zugunsten ihrer Kinder eher rückschrittlich und wickeln auf dem Boden; nicht unbedingt besonders schonend für Mamas Rücken, dafür aber absolut ungefährlich. Wer sich mit dieser Methode nicht anfreunden mag, sollte stets eine Hand am Kind haben, wenn es sich auf der Wickelkommode befindet - und zwar so, dass diese Hand schnell und sicher zugreifen kann. Auf Sofas und Sesseln sollten Babys ebenfalls niemals unbeaufsichtigt liegen.
Kanten, Ecken, Türspalte…
Alle Eltern sind stolz, wenn der Nachwuchs sich auf eigene Wege begibt und durch die Wohnung krabbelt. Wer sich ebenfalls auf alle Viere begibt, merkt jedoch schnell, wie gefährlich eine Exkursion auf Baby-Niveau sein kann. Türspalten, Schubladen, Heizkörper, Steckdosen verführen geradezu, die Finger hineinzustecken. Mittels Keil kann man Türen so feststellen, dass sie zumindest unbeweglich bleiben, Schubladen können per Klemmvorrichtung gegen Herausziehen gesichert werden. Steckdosensicherungen sind Pflicht im Kinderhaushalt, und sobald sich das Kind hochzieht, um gleich wieder umzufallen sollten auch scharfe Kanten an der Heizung bzw. hervorstehende Regler gepolstert werden. Anfangs hilft es vielleicht noch, den Aktionsradius mittels Sperrgittern möglichst klein und überschaubar zu halten, lange kann man aber den jungen Forschergeist damit allerdings nicht einschränken.
Strangulieren, Vergiften, Verbrühen…
…sind die häufigsten Unfälle, die Kleinstkindern in der eigenen Wohnung passieren. Pflanzenranken und Dekoelemente, die in Babys Griffhöhe baumeln, können sich lösen und auf das Kind stürzen, Tüten werden über den Kopf gezogen. Schnell kann sich das Kleine in Schnüren von Rollos und Jalousien verheddern, ebenso in Spieluhren oder am Bett angebundenen Spielzeugen. Auch die Bekleidung sollte frei sein von Kordeln und Zugbändern. Medikamente, Alkohol und Reinigungsmittel müssen stets in verschlossenen Schränken weit oberhalb der kindlichen Reichweite aufbewahr werden, gleiches gilt für Zündhölzer, Feuerzeuge und Zigaretten. Für Herdflächen gibt es Gitter zum Vorbauen, die den Zugriff kleiner Hände auf heisse Platten oder Kochtöpfe vereiteln. Elektrische Küchenhelfer werden bestenfalls gleich nach Gebrauch vom Stromnetz getrennt, gereinigt und wieder verstaut.
Text: Claudia Eichhorn