Vegetarische Kost für Kinder?

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Vegetarische Kost für Kinder?

Was soll man tun, wenn Kinder kein Fleisch essen mögen oder die Eltern aus ethischen Gründen kein Fleisch auf dem Speiseplan haben wollen? Ist eine rein vegetarische Kost für Kinder bedenkenlos?

Vegetarier leben gesünder

Grundsätzlich ist vegetarische Kost durchaus empfehlenswert. Vegetarier ernähren sich im Allgemeinen gesünder und leiden weniger oft an den sogenannten «Wohlstandskrankheiten» wie Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck. Da Vegetarier durch ihren Verzicht auf Fleisch viele ungünstige Stoffe vom Körper fern halten, ist deren Lebenserwartung um einige Jahre höher. Ist eine vegetarische Ernährung daher auch für Kinder bedenkenlos anzuwenden?

Einfach auf Fleisch verzichten?

Wie für jede Ernährungsform, so ist auch für die vegetarische Küche ein ausgewogenes Verhältnis der Nahrungsmittel ausschlaggebend. Bei Kindern muss man allerdings zusätzlich bedenken, dass die jungen Körper andere Ansprüche an die Nahrung stellen als bei  einem erwachsenen Menschen. Kinder brauchen vor allem energiereiche Kost, viel Kalzium und die Vitamine C und D.

Aber auch bei einem vegetarischen Speiseplan kann man mit etwas Geschick alle notwendigen Nährstoffe für das Kind problemlos einbinden, die sonst aus Fleisch gewonnen werden.

Auf die Abwechslung kommt es an

Um dem Kind alle notwendigen Nährstoffe zu liefern, muss der Speiseplan möglichst abwechslungsreich sein. So sollte man sich über die Woche nicht nur mit Nudeln, sondern auch mit Reis, Kartoffeln oder verschiedenen Hülsenfrüchten versorgen. Grundsätzlich ist immer das «Ampel-Prinzip» nützlich. Bei diesem Prinzip orientiert man sich ganz einfach an den Farben der Gemüse- oder Obstsorten und stellt diese in den Farben einer Ampel zusammen. Auf diese Weise sind Kind und Eltern immer mit den wichtigen Nährstoffen versorgt.

Auch wenn es Kindern nicht bewusst ist, sie haben ein Gespür dafür, welche Nährstoffe sie brauchen. Daher wissen sie oft, was sie essen wollen. Diesen Wünschen sollte man durchaus entsprechen.

Kritikpunkt Eisen

Kritiker der vegetarischen Kost kritisieren immer wieder, dass durch das fehlende Fleisch nicht genug Eisen aufgenommen werden kann. Tatsächlich aber beinhalten Vollwertgetreide, Haferflocken, Feldsalat, Erbsen oder Brokkoli sogar mehr Eisen als Fleisch. Nur kann der Körper das pflanzliche Eisen nicht so gut verwerten wie das mit tierischer Herkunft. Der Körper benötigt zur Verarbeitung der pflanzlichen Eisen vor allem Vitamin C. Es sollte also darauf geachtet werden, dem Essen Vitamin C (beispielsweise in Form von Zitronen- oder Orangensaft) zuzugeben.

Kein Zwang für Kinder

In der Regel sind es die Eltern, die ihrem Kind die vegetarische Küche näherbringen. Allerdings wird das Kind auch irgendwann feststellen, dass in anderen Familien Fleisch gegessen wird. Auch wenn das Kind die Gründe kennt, warum zu Hause kein Fleisch auf den Teller kommt, so wird es vielleicht irgendwann den Drang verspüren, selbst einmal Fleisch zu essen. In diesem Fall sollten die Eltern keinesfalls Einspruch erheben, sondern das Kind selbstständig entscheiden und eigene Erfahrungen sammeln lassen.

Fazit

Grundsätzlich können Kinder in jeder beliebigen Form ernährt werden. Voraussetzung ist allerdings immer eine ausreichende Versorgung an allen nötigen Nährstoffen. Aus diesem Grund spricht auch nichts dagegen, sein Kind rein vegetarisch zu ernähren. Dennoch sollte man dem Kind ab einem gewissen Alter selbst die Entscheidung überlassen, welche Form der Ernährung es für sich selbst bevorzugt. Selbst wenn die Eltern strenge Vegetarier sind und dies mit guten Argumenten belegen können, kann das Kind irgendwann zum Fleischliebhaber werden.
 
Text: Daniel D. Eppe