
Hierunter versteht man die Zeitspanne in welcher sich die Gebärende von der Eröffnungs- bis zur Austreibungsperiode in einem Gebärbecken befindet, d.h. die eigentliche Geburt findet unter Wasser statt. Dies ist aber nur bei relativ wenigen Wassergeburten tatsächlich der Fall, in der Regel bedeutet «Wassergeburt», dass die Gebärende die Wehen und die Austreibungsphase «auf dem Trockendeck» absolviert und nur die eigentliche Geburt im Wasser stattfindet.
Es gibt Gründe, die eine Geburt im Wasser von Vornherein ausschliessen. Dies wäre der Fall, wenn die Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche vollzogen werden würde, die Mutter in spe Mehrlinge erwarten würde oder sich das Kind in der Steisslage befindet. Wurde eine dieser Diagnosen gestellt, empfiehlt es sich, sich bei Ihrem Arzt zu informieren, denn bei einigen Kliniken würde dies kein Ausschliessungsgrund sein.
An erster Stelle steht natürlich die Überlegung, ob man tatsächlich eine Wassergeburt plant oder vielleicht nur die Eröffnungsphase – oder Teile davon – im Wasser verbringen möchte. Erfahrungen zeigen jedoch, dass es während des Geburtsvorganges oft anders kommt als geplant. Frauen, die sich unbedingt eine Wassergeburt wünschen, gebären «auf dem Trockenen» und Frauen, sie mit dem Gedanken an eine Wassergeburt so gar nichts anfangen konnten, bringen ihr Baby in der Wanne zur Welt. Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Hebamme oder den Frauenarzt auf diesen Umstand hin ansprechen und sich nach geeigneten Kliniken in der Umgebung erkundigen.
Studien zeigen, dass die Eröffnungsperiode im Wasser kürzer ist, d.h. dass bei einer Wassergeburt mit kürzeren Wehen zu rechnen ist. Die entspannende Wirkung des warmen Wassers kann dazu beitragen, zu heftige Wehen zu reduzieren, sodass möglichst wenig bis keine wehenhemmenden Medikamente eingesetzt werden müssen. Einige Studien belegen auch, dass das Risiko eines Dammrisses oder auch von einem Dammschnitt gemindert wird. Nicht vergessen werden sollte auch die positive Wirkung einer Wassergeburt auf das Kind: hier ist ein sanfterer Übergang vom Fruchtwasser ins Wasser mit gleichbleibender Temperatur garantiert.
Text: Sabine Trach