Gebundene Männer achten eher auf ihre Gesundheit

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Gebundene Männer achten eher auf ihre Gesundheit

Prostatakrebs ist die zweithäufigste Krebstodesart bei Männern in den Vereinigten Staaten und auch in Europa rangiert diese Krebsart sehr weit oben. Die frühe Erkennung dieser lebensgefährlichen Erkrankung könnte die Überlebensrate drastisch verbessern. Dennoch vernachlässigen viele im kritischen Alter befindliche Männer die Krebsvorsorge. Es ist unklar, welche psychosozialen Umstände die Männer zum Wahrnehmen der Untersuchungen motivieren oder entmutigen. Forscher der University of Michigan haben bei der Suche nach einer Erklärung jedoch entdeckt, dass sich vor allem Männer in Partnerschaften eher um ihre Gesundheit sorgen als Singles.

Studie: Das Vorsorgeverhalten von 2447 Männern wurde aufgezeichnet

Das Ziel der Forscherin Laura P. Wallner an der University of Michigan und ihrem Forscherteam war es, die psychosozialen Faktoren zu identifizieren, die das Vorsorgeverhalten für Prostatakrebs bei Männern beeinflussen. Dazu wurden bereits im Jahr 1990 2447 Männer im Alter von 40 bis 79 Jahren in die Studie eingebunden. Sie mussten einen Fragebogen über ihre gesundheitliche Vergangenheit und die ihrer Angehörigen bezüglich Prostatakrebs ausfüllen sowie Fragen über ihr Interesse am Thema Prostatakrebs beantworten. Sie wurden zusätzlich nach ihrem Familienstand befragt. Danach wurde über einige Jahre hinweg das Vorsorgeverhalten dieser Männer (PSA-Screenings und digitale rektale Untersuchungen) verfolgt und protokolliert.

Ergebnis: Gebundene Männer gehen öfter zur Krebsvorsorge

Männer, die bereits in der Familie einen Vorfall von Prostatakrebs hatten oder solche, die zu Beginn bereits Interesse an der Erkrankung zeigten bzw. sich Sorgen machten, daran zu erkranken, haben die Prostatakrebsvorsorge viel öfter wahrgenommen als andere ohne Krebserfahrung in der Verwandtschaft und fehlendem Interesse. Vor allem aber fiel auf, dass Männer in Partnerschaften oder Ehen die regelmässige Prostatakrebsvorsorge sehr viel ernster nahmen als die Singles unter ihnen. Diese Studie zeigt somit auf, dass der psychosoziale Faktor im Vorsorgeverhalten bei Männern eine unmittelbare Rolle spielt.

Mögliche Gründe für das Ergebnis der Studie

Die Studie stellt keinerlei tiefer gehenden Überlegungen an, wieso Männer in Partnerschaften ihre Gesundheit wichtiger nehmen als Singlemänner. Ein Grund könnte wohl die treibende weibliche Kraft sein, die den Mann zur Vorsorgeuntersuchung gehen lässt. Rektale Untersuchungen gehören ja bestimmt nicht unbedingt zu den Lieblingssportarten der Männer und der Menschheit allgemein. Es gibt weiss Gott Schöneres. Doch was sein muss, muss nun mal sein. Ein PSA-Test hingegen ist ein einfacher Bluttest, der anzeigt, wie hoch der PSA-Wert (Prostata-Spezifisches-Antigen) im Blut ist. Bei erhöhtem Wert liegt der (manchmal unbegründete, aber oft auch begründete) Verdacht auf Prostatakrebs vor. Dann sind weitere Untersuchungen nötig.

Text: Manou Rade

Quelle: «Psychosocial Factors Associated with an Increased Frequency of Prostate Cancer Screening in Men Ages 40 to 79 Years: The Olmsted County Study», Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention 17, 3588, December 1, 2008. doi: 10.1158/1055-9965 (American Association for Cancer Research, 2008)