
Es ist längst bekannt, dass ständiger Stress unser Herz-Kreislauf-System belastet und dem allgemeinen Wohlbefinden schadet. Noch eher unbekannt ist jedoch die Tatsache, dass der Stress auch den weiblichen Zyklus direkt beeinflusst. Experten sind sich einig, dass gynäkologische Beschwerden in vielen Fällen direkt auf Stress zurückzuführen sind. Eine echte Hilfe erfahren die betroffenen Frauen leider nur sehr selten. Statt intensiv nach den Ursachen zu forschen, greift man lieber zu Mitteln, die die Symptome schnell verschwinden lassen. Nicht selten wagen sich Frauen auch aus diesem Grund und völlig unnötig unters Messer.
In den Eierstöcken der Frau werden die Hormone Östrogen und Progesteron produziert. Gesteuert wird dieser Vorgang von der Hirnanhangdrüse, die wiederum direkt mit dem psychischen Zentrum des Gehirns verbunden ist. Daher steht die Hormonproduktion in direktem Zusammenhang mit dem psychischen Zustand der Frau. Wenn Stress und Kummer das Seelenleben bestimmen, kann es zu «falschen» Befehlen für die Hormonproduktion kommen, in Folge verändern sich die Hormonspiegel im Blut und weichen von den Normwerten ab. Derart veränderte Hormonkonzentrationen verursachen dann beispielsweise sehr starke oder schwache Regelblutungen oder unterbinden den Eisprung. Eine Frau kann dann nicht schwanger werden. Hormonschwankungen begünstigen zudem die bekannten gynäkologischen Erkrankungen zusätzlich.
Konnte der Arzt keine körperlichen Probleme feststellen, sollte jede Frau zunächst selbst auf Ursachenforschung im Bereich Psyche gehen. Vielleicht ist die tägliche Anforderung durch Familie und Beruf einfach zu hoch, vielleicht kommen die eigenen Bedürfnisse viel zu kurz. Zyklusprobleme stehen oft in direkter Verbindung mit Beziehungsproblemen. Diese sollten, wen vorhanden, mitunter durch professionelle Hilfe gelöst werden.
Ist eindeutig «Alltagsstress» der Auslöser, dann hilft gezielte Entspannung. Zu diesem Zweck kann man leicht einfache Übungen zur Meditation anwenden. Gymnastik-Übungen, die gezielt die Becken-Durchblutung anregen, wirken sehr lindernd.
Stress als Auslöser gynäkologischer Probleme ist lange unbeachtet geblieben. Umso genauer sollte jede betroffene Frau ihr Seelenleben genauer unter die Lupe nehmen und im Bedarfsfall einschreiten. Übrigens: Sport in leichter Dosis kann zusätzlich bei derartigen Beschwerden helfen. Durch die Bewegung werden mehr Glückshormone ausgeschüttet, die für ein insgesamt verbessertes Wohlbefinden sorgen!
Text: Daniel D. Eppe