
Sie sind der Meinung, dass Stress mittlerweile «in» ist, denn alle haben ständig ihre Zeit verplant und wir werden über Leistung gemessen?! Das mag schon sein, doch lassen Sie sich nicht in ein Schema pressen. Denn Achtung: Stress im Job ist vielen bekannt, doch Freizeitstress ist für viele ein Fremdwort und die Auswirkungen sind den meisten nicht bewusst.
Wann hatten Sie eigentlich das letzte Mal einen freien Tag, an dem Sie nichts vor hatten? Wann sind Sie das letzte Mal von der Arbeit nach Hause gekommen, wo noch keine Hausarbeit auf Sie gewartet hat? Wann hatten Sie das letzte Mal zumindest ein paar Stunden zur Verfügung, die noch nicht verplant waren und in denen nichts erledigen mussten?
Warten Sie sehnsüchtig auf jedes Wochenende, weil Sie sich da Erholung erhoffen oder gar auf den jährlichen Sommerurlaub, weil Sie vermuten, da die Zeit für sich nachholen zu können, die Sie während des Jahres nicht hatten? Doch dann kommt meist wieder alles anders als geplant und Sie haben selbst danach noch das Gefühl, völlig ausgebrannt zu sein, nicht wirklich abgeschaltet zu haben und irgendwie noch immer nicht relaxt zu sein!? Ist es bereits soweit gekommen, dann denken Sie bitte ernsthaft über eine Veränderung in Ihrem Leben nach.
Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, Nichtstun für Sie ein Fremdwort ist und Sie der Meinung sind, dass das sowieso nur etwas für Faule ist, dann sollten Sie unbedingt weiter lesen.
Nichtstun beschränkt sich - wie schon der Name sagt - wirklich auf das nichts Tun. Einfach nur dahin sinnieren, sich in Gedanken verlieren, alles von sich zu strecken, sich und den Körper so richtig fallen und die Zeit vorbeiziehen zu lassen ohne dabei auf die Uhr zu sehen. Von nichts und niemandem gestört zu werden, das Mobiltelefon auszuschalten und sich die Zeit nehmen, um auf sich und seinen Körper zu hören und zu spüren, wie der Atem langsamer und ruhiger wird.
Nehmen Sie sich nie zuviel vor. Je weniger Zeit Sie verplanen umso mehr Zeit bleibt Ihnen für sich übrig. Überlegen Sie gut, was Sie tatsächlich alles erledigen müssen, welche Arbeit Ihnen vielleicht jemand abnehmen kann und worauf Sie getrost verzichten können. Auf das richtige Time-Management kommt es sozusagen an. So können Sie vielleicht ein paar Stunden gewinnen, in denen Sie sich komplett auf das Nichtstun konzentrieren können.
Vielleicht haben Sie jetzt ja Lust darauf bekommen, sich wieder mal Zeit nur für sich zu gönnen, die nicht mit irgendwelchen Terminen und Arbeiten verplant ist. Nur so können Sie Kraft und Energie tanken, um dem Alltag wieder gewachsen zu sein. Wir Menschen verlieren wie Batterien an Kraft je häufiger wir Leistung erbringen. Vergessen Sie daher keinesfalls, diese Reserven wieder aufzuladen, bevor sie restlos verbraucht sind.
Denn wer vor lauter Stress keine Zeit zum Entspannen findet, der findet später einmal keine Entspannung mehr.
Text: Lisa Roth