Schokolade und Kindergesundheit – ein Ding der Unmöglichkeit?

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Schokolade und Kindergesundheit – ein Ding der Unmöglichkeit?

Suchard, Lindt, Sprüngli, Tobler, Chocolat Alprose – grossen und kleinen Geniessern zergehen diese Namen (und erst recht die entsprechenden Produkte) förmlich auf der Zunge. Kein Wunder, dass wir Schweizer im letzten Jahr 12,4 kg Schoki pro Kopf genossen haben! Aber mal ehrlich – wer kann sich schon der süssen Magie zartschmelzenden Schokoladengeschmackes erwehren?! Gerade Kinder neigen dazu, sich ungezügelt den süssen Wonnen hinzugeben - zur grossen Sorge ihrer Eltern. Vielleicht sollte man den Nachwuchs erst gar nicht auf den Geschmack bringen und Schokolade einfach aus dem Haus verbannen? Oder lieber Naschen auf Zuteilung etablieren? Oder einfach den Kindern überlassen, wann und wieviel sie an Süsszeug verputzen? Aber was ist eine Kindheit ohne Schokolade?

Schokolade aus der Sicht der Mediziner

Mediziner meinen, Schokolade ist ungesund! Sie versorgt den Körper mit unbrauchbaren «leeren» Kalorien, regt die Bildung von Fettzellen an, irritiert den gesamten Stoffwechsel und schädigt die Zähne. Auch das Hautbild leidet unter erhöhtem Schokoladenkonsum. In schlimmen Fällen kann sich sogar eine Art Suchtverhalten einstellen. Am gefährlichsten ist die weisse Schokolade: Sie hat den höchsten Fettgehalt. Bitterschokolade hat den geringsten Fettanteil, steht allen anderen Sorten im Hinblick auf den Zuckergehalt aber in nichts nach. Nach diesen allgemein bekannten Informationen sollte man ja wirklich die Finger von dem klebrigen Teufelszeug lassen!

Schokolade aus der Sicht der Psychologen

Psychologen sind der Meinung: Schokolade macht glücklich! Schon als Baby suggeriert uns der warme, süssliche Geschmack der Muttermilch ein Gefühl vertrauter, geborgener Sicherheit. An Mutters Brust ist alles gut, da kann uns keiner was tun. Nicht wenige Menschen sind überzeugt davon, dass der Genuss von Schokolade ganz ähnliche Assoziationen in uns weckt, und der Begriff «Trostschoki» kommt nicht von ungefähr. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der süsse Stoff sogar in Apotheken als Kräftigungsmittel und Aphrodisiakum angeboten. Muss doch etwas Gutes dran sein, an den verlockenden Täfelchen…

Erlauben? Verbieten? Rationieren?

Es soll ja Leute geben, die einfach keine Schokolade mögen. Auch Kinder übrigens, was beweist, dass nicht alle Junioren stets nur nach Süssem trachten und daher reglementiert werden müssen. So wie bei Erwachsenen gibt es ganz unterschiedliche Genuss-Typen, und wer diesen erkannt hat, ist beim verantwortungsvollen Naschen schon ein ganzes Stück weiter. Allgemeingültige Richtlinien kann es also gar nicht geben, vielmehr spielt das kindliche Naschbedürfnis und der alltägliche Umgang mit Genussmitteln eine grosse Rolle.

Nur zu besonderen Anlässen!

Manche Eltern gestatten Schokoladenkonsum gar nicht oder grundsätzlich nur an Feier- und Geburtstagen. Das kann durchaus funktionieren, zieht aber zwangsläufig ein Desaster nach sich, wenn sich irgendwo Schokolade «ausser der Reihe» anbietet. Dann sind unschöne Hamster-Szenen zu erwarten, spätestens mit dem eigenen Taschengeld werden die Regeln der Eltern hintergangen. Diese Taktik eignet sich also nur für Kinder, die sich nicht so recht für Naschwerk interessieren.

Nimm Dir, wann Du magst!

In manchen Familien verfährt man hingegen nach dem Credo: Nimm, wenn Du möchtest, ansonsten lass es halt stehen. Wenn die Eltern hier massvollen Genuss vorleben, stärken sie die Selbstwahrnehmung und Entscheidungsfähigkeit ihrer Kinder. Da Naschen nicht verboten wird, erscheint es auch weniger reizvoll, ein elterliches «Nein» zu durchbrechen. Bei kleineren Kindern kann es hier jedoch schon vorkommen, dass genascht wird bis die Schale eben leer ist. Daher ist diese Methode wohl eher für Grössere geeignet.

Goldene Regeln

Im ersten Jahr vertragen Babys sie einfach nicht, danach ist Schokolade ein Genussmittel und gehört nicht auf den täglichen Speiseplan. Das müssen Kinder lernen. Es gehört sich nicht, dem reichbeschenkten Geburtstagskind alle Süssigkeiten «nur zu seinem Besten» wegzunehmen, aber man kann sie in einer Schatztruhe deponieren, in die gelegentlich gegriffen wird. Aus zahnärztlicher Sicht ist es günstiger, eine Tafel am Stück zu vernaschen und dann gründlich die Zähne zu putzen, statt sich Stück für Stück den Tag zu versüssen.
 
Text: Claudia Eichhorn