
Ob es sich bei um eine Erkältung oder eine echte Grippe handelt, ist leicht festzustellen. Während bei einem grippalen Infekt die Symptome nacheinander auftreten, schlägt die Infektion mit Grippeviren plötzlich und auf einmal zu. Vorsicht ist auch geboten, wenn sich eine Erkältung unverhältnismässig lang hinzieht. Ein grippaler Infekt dauert in der Regel 5 bis 8 Tage und sollte im Zweifel immer ärztlich behandelt werden, da eine echte Grippe leicht auf innere Organe übergreifen kann und dann zu Lungenentzündungen oder ähnlich gefährlichem führen kann.
Bis zu 200 verschiedene Viren und Bakterien sind für eine Erkältung verantwortlich. Ihnen ist mit Medikamenten nur bedingt der Garaus zu machen. Das Immunsystem muss also selber dafür sorgen, die Plagegeister möglichst schnell wieder loszuwerden. Deshalb ist es wichtig die Arbeit des Körpers zu unterstützen, beispielsweise mit dem in Zitrussaft enthaltenen Vitamin C. Ausserdem gilt Bettruhe und reichliche Flüssigkeitszufuhr in Form von ungesüssten Kräuter- beziehungsweise Erkältungstees immer noch als beste und wichtigste Erkältungstherapie.
Wichtigstes Therapeutikum bei einer Erkältung ist Wasser. Auf höchstens 50 C° erwärmt und mit ätherischen Zusätzen versetzt, löst es als Kopfdampfbad festsitzenden Schleim in den Atemwegen und beruhigt gereiztes Gewebe in Nase, Hals und Rachen. Auch Vollbäder, allerdings nur circa 20 Minuten und bei maximal 39 C°, mit Badezusätzen wie ätherischen Ölen oder entzündungshemmenden Kräutern, entspannen beanspruchte Atemwege und sorgen zudem noch für absolute Erholung. Wichtig: Nach dem Kopfdampfbad oder dem Erkältungsvollbad ist Bettruhe angesagt. Bei Fieber sollte auf Vollbäder verzichtet werden, weil sie den Körper zusätzlich belasten.
Auch Schluckbeschwerden und Halsschmerzen lassen sich gut mit Hausmitteln bekämpfen. Von Aloe vera, Salbei oder Meersalz gurgeln, Quarkwickel oder heissen Zitronensaft trinken – die wichtigsten Informationen und Tipps finden Sie in unserem Artikel über Hausmittel bei Halsschmerzen.
Gerade Husten und Schnupfen können für Betroffene insbesondere nachts unangenehm sein. Statt jedoch Nasenspray zu verwenden, helfen Nasenduschen mit lauwarmem Salzwasser. Gegen beide Symptome hilft auch das Einreiben der Brust mit Salben, die ätherische Öle enthalten. Bei festsitzendem Husten helfen warme Brustwickel mit einem in heisses Wasser getauchten Tuch. Dem Wasser kann auch Zitrone oder Salz beigefügt werden. Auch inhalieren bei einem Kopfdampfbad, mit beispielsweise Kamille und Heublumen, zeigt gute Erfolge.
Fieber sollte erst ab 39 C° bei Erwachsenen und 39,5 C° bei Kindern mit temperatursenkenden Medikamenten behandelt werden, um dem Körper die Möglichkeit der Selbstheilung zu geben. Um einen Fieberschub besser zu ertragen, hilft in erster Linie Bettruhe in Verbindung mit genügender Flüssigkeitszufuhr. Oberschenkel- oder Wadenwickel mit in Essigwasser getränkten Tüchern, die man halbstündlich wechselt, helfen die Körpertemperatur zu senken. Solche Wickel sollten allerdings nicht bei kalten Füssen angewandt werden. Hier eignet sich ein feuchter, lauwarmer Waschlappen besser.
Was Grossmütter schon lange wissen, bestätigten jüngst auch wissenschaftliche Untersuchungen: Eine Tasse hausgemachte Hühnersuppe schmeckt nicht nur köstlich, sondern unterstütz auch beim Gesundwerden, da sie bestimmte Entzündungs-Prozesse im Körper blockiert. Auch das Eiweis Cystein sowie Zink wirken entzündungshemmend und lindernd auf geschwollene Schleimhäute. Mit Ingwer oder Chili verfeinert kann die gesunde Wirkung dieses alten Hausmittels noch gesteigert werden.
Erkältungen und grippale Infekte sind zwar unangenehm, gehören aber einfach zum Jahreslauf dazu. Ob Erkältungsbad, Hühnersuppe oder Brust- und Wadenwickel: Die Symptome lassen sich mit den hier vorgeschlagenen Hilfsmitteln zumindest lindern. Jeder, der im wahrsten Sinne des Wortes «kalt» erwischt wird, sollte sich vor allem Ruhe gönnen. Denn: Je mehr Ruhe man sich gönnt, desto schneller geht die Erkältung vorbei.
Text: Carsten von Bora