Gewichtiges Problem: Unsere Kinder sind zu dick!

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Gewichtiges Problem: Unsere Kinder sind zu dick!

Computerspiele, Bewegungsmangel oder zu wenig Aufmerksamkeit der berufstätigen Eltern sind nur einige der möglichen Ursachen, weshalb in Deutschland und Österreich bereits jedes fünfte Kind als übergewichtig eingestuft wird. In Amerika ist es sogar schon jedes zweite Kind – deshalb gibt es seit Juni 2008 eine gesetzliche Verpflichtung, wonach für Fast Food-Gerichte die Kalorien angegeben werden müssen. Doch reichen Massnahmen wie diese aus, das Problem Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen besser in den Griff zu bekommen?

Apfel statt Apfeltasche

Experten würden es zwar begrüssen, auf Fast Food-Produkten oder Fertiggerichten gesetzlich vorgeschriebene Hinweise zu finden, sie warnen jedoch davor, dies als einzige Lösung des Problems zu sehen. Vielmehr ist die Summe an verzehrtem Fast Food ausschlaggebend. So ein durchschnittlicher Burger bringt es auf bis zu 500 Kalorien – manche schlagen sich sogar mit über 800 Kalorien auf unser Gewicht und damit leider auch auf unsere Gesundheit nieder. Wer sich im Zuge eines Fast Food-Menüs auch noch Pommes mit Mayonnaise und ein Cola gönnt, hat seinen täglichen Kalorienbedarf je nach körperlicher Betätigung annähernd gedeckt. Doch Fast Food oder Süssigkeiten gänzlich zu verbieten, würde diese nur noch interessanter machen.
 
Diätologen empfehlen Eltern deshalb Kompromisse einzugehen: Die Besuche einer Fast Food-Kette auf ein bis zweimal pro Monat reduzieren und den Kindern gleichzeitig erklären, warum öfters nicht gesund für sie wäre. Ein weiterer wichtiger Schritt ist der Genuss von Obst und Gemüse. Unsere Kinder schmecken laut Studien «die Vielfalt der Natur» nicht mehr. Wenn sie aber von klein an nichts anderes als Gemüse zum Fleisch oder einen Apfel zur Jause kennen, wird es ihnen auch später wesentlich leichter fallen, sich vitamin- und mineralstoffreich zu ernähren.

Kampf den Kalorien

Auch die Politik begreift langsam aber doch, wie wichtig Prävention und positive Überzeugungsarbeit auf diesem Sektor sind. So versucht man mit zahlreichen Projekten auf das Problem aufmerksam zu machen bzw. den Kalorien den Kampf anzusagen. Eines davon zielt z. B. auf Grossküchen ab, deren Betreiber bei Interesse von Experten beraten werden, wie sie gesündere Speisen auf den Tisch bekommen. Andere setzen bereits in der Grundschule an, um die Kleinen darüber aufzuklären, wie wichtig Bewegung und eine gesunde Jause für sie sind.

Einen wichtigen Part übernehmen heute auch immer öfter Fitness- und Gesundheitseinrichtungen, da der Turnunterricht in Schulen häufig gekürzt wird. So gewinnt man nicht nur Neukunden, sondern kann die Jugendlichen auch davon überzeugen, wie viel Spass ein moderates Training machen kann.

«Super Size Me»  

Was passiert, wenn man sich ausschliesslich von Fast Food ernährt, versuchte der New Yorker Filmemacher Morgan Spurlock in seinem mehrfach ausgezeichneten Film «Super Size Me» vor Augen zu führen: In einem Selbstversuch nahm er 30 Tage lang sämtliche Mahlzeiten bei einer Fast Food-Kette zu sich und liess das Experiment von Ärzten begleiten. Nach dem Monat brachte Spurlock rund 11 Kilo mehr auf die Waage und hatte nachweisbar schlechtere Blutwerte.
 
Text: Helge Trach