Begleiterscheinung der Schwangerschaft: Vergesslichkeit

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Begleiterscheinung der Schwangerschaft: Vergesslichkeit

Im Laufe der Schwangerschaft und kurz nach der Geburt leiden viele Mütter an einer auffälligen Vergesslichkeit und verminderte Konzentrationsfähigkeit. Die Gründe können verschieden gelagert sein.

Gründe für Vergesslichkeit

Schwangere Frauen stellen immer wieder fest, dass sie selbstverständliche Dinge einfach vergessen. Man sucht nach dem Wohnungsschlüssel, hat den Namen der Hebamme vergessen oder sucht händeringend nach einem bestimmten Wort. Dieses Phänomen tritt bei schwangeren Frauen durchaus häufig auf, dennoch ist diese Thematik bis heute nur wenig erforscht. Die Gründe für die plötzlich auftauchenden Gedächtnislücken können durchaus verschieden sein.

Psychische Funktion

Eine Schwangerschaft stellt nicht nur den gesamten Körper einer Frau im wahrsten Wortsinn «auf den Kopf», sondern spiegelt sich auch in ihrem Seelenleben wieder. Entsprechend ist auch das Gehirn betroffen. Da die Schwangerschaft nun das Zentrum des Lebens ist, geht man davon aus, dass für die «Kleinigkeiten» aktuell kein Platz im Kopf ist, sie werden schlichtweg vergessen. Zudem können grosse Gefühlsschübe, die ebenfalls zu den Erscheinungen einer Schwangerschaft gehören, Gedächtnislücken verursachen.

Natürlich macht sich die Frau über die Schwangerschaft und das Ungeborene Gedanken. Mit der Frage, wie man sich später dem Kind gegenüber verhalten soll, treten mitunter auch Existenzängste auf. Solche Gedankengänge sind nicht immer leicht und nehmen die geistige Leistung der Frau in hohem Masse in Anspruch. Die Konzentration auf den Nachwuchs ist zwar eine gute Sache, kann aber auch zur Vergesslichkeit beitragen.

Einfluss von Hormonen

Aus den Ergebnissen verschiedener Studien lässt sich der Schluss ziehen, dass auch die Hormone der Frau eine wesentliche Rolle für die Vergesslichkeit spielen. Besonders ein Hormon, das in der Plazenta produziert wird, steht unter Verdacht. Die Menge des ausgeschütteten Hormons richtet sich vor allem nach dem Geschlecht des Ungeborenen. Erwartet die Mutter ein Mädchen, so ist der Hormonspiegel deutlich höher als bei einem Jungen und kann sich so direkter auf das Gehirn auswirken. Mütter, die ein Mädchen erwarten, leiden häufiger und intensiver an Vergesslichkeit.

Nach der Geburt

Auch nach der Geburt kann die Vergesslichkeit weiter anhalten. Grund soll hier der sogenannte «Ammenschlaf» sein. Dieser beschreibt die Fähigkeit junger Mütter, auch nur beim kleinsten Geräusch ihres Neugeborenen aufzuwachen. Aus diesem Grund wird die Mutter immer wieder aus dem Tiefschlaf gerissen. Die ständige Unterbrechung des Tiefschlafs hat direkte Einwirkung auf die Gedächtnisleistung und verstärkt die Vergesslichkeit nach der Geburt. Ärzte empfehlen den Müttern hier oft, sich an die Schlafzeiten der Kleinen anzupassen, um möglichst viel ruhigen Schlaf zu bekommen.

Fazit

Vergesslichkeit während und nach der Schwangerschaft ist ein durchaus normales Phänomen. Die Ursachen können vielfältig sein, in jedem Fall ist aber davon auszugehen, dass diese Erscheinung einige Zeit nach der Geburt wieder verschwinden wird.

Text: Daniel D. Eppe