Die Schwangerschaft – Zeit der Veränderung

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Die Schwangerschaft – Zeit der Veränderung

Da ist es wieder – das sanfte Flattern im Bauch. Tatsächlich, dort entsteht ein kleiner, neuer Mensch. Neun Monate reift das kleine Wesen in sicherer Umgebung und macht zahlreiche Entwicklungsstadien durch – aber auch für die werdenden Eltern bedeutet diese Phase eine Zeit der Veränderungen.

Was passiert da im Bauch? 

In den ersten Tagen und Wochen bleibt die Schwangerschaft oft unbemerkt, während im Inneren der Mutter ein neues Leben entsteht. Rasend schnelle Zellteilungen und Wachstumsschübe führen zur Ausbildung der ersten Organe und Gliedmassen. Ungefähr ab der 10 Woche kann das Baby bereits die Arme und Beine bewegen, nimmt erste Reize von aussen wahr. Um die 18. Schwangerschaftswoche spüren Mütter oft erste Kindsbewegungen, der Nachwuchs festigt jetzt einen eigenen Schlaf- und Wachrhythmus. Rund vier Wochen später beginnt die Entwicklung des Gehirns, ab dem 7. Monat kann das Baby die Augen öffnen und am Daumen lutschen. Noch ist im Bauch genug Platz für Purzelbäume, doch schon im 8. Monat wird es immer enger. Der Sprössling legt jetzt noch einmal kräftig Gewicht zu und dreht sich mit dem Kopf nach unten. Der letzte Monat schliesslich ist für Mutter und Kind gleichermassen anstrengend. Im Bauch ist kaum Bewegungsraum, ständig stösst das Kind an Magen, Herz und Zwerchfell seiner Mutter. Wenn es günstig liegt, kann man seinen Herzschlag manchmal sogar durch die Bauchdecke hören, wenn man das Ohr fest daran legt. Aus einer Winzigkeit ist ein vollkommener kleiner Mensch geworden, die Geburt steht bald bevor.

Frau im Ausnahmezustand

Hurra – ein Baby! Viele Frauen scheinen während der ersten Schwangerschaftswochen vor Glück zu schweben. Sie strahlen förmlich, bis die physischen und biochemischen Veränderungen in ihrem Körper erste Auswirkungen zeigen. Bleierne Müdigkeit, schlechte Laune, morgendliche Übelkeit und Erbrechen, Rücken- und Dehnungsschmerzen sind glücklicherweise nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel oft verflogen, dann jedoch wächst der Bauch. Löst die sanfte Rundung anfangs noch Begeisterung aus, ist die sich schnell ausdehnende Vorderfront bald im Weg und macht entspanntes Sitzen oder Liegen zur Herausforderung. Sehr lebhafte Kinder setzen ihren Müttern bereits im Bauch heftig mit Tritten und Boxstössen zu; oft wird das Baby munter, wenn Mama zur Ruhe kommen will - nämlich nachts. Häufig stören Muskelkrämpfe den Schlaf im letzten Drittel der Schwangerschaft. Alle täglichen Verrichtungen werden zunehmend schwerer, und oft drängt sich vor die Euphorie über den Familienzuwachs der Wunsch nach Erlösung. Besonders die letzten 2-3 Wochen werden von den meisten Schwangeren als äusserst anstrengend empfunden. Dazu kommt ein wild sprudelndes Wechselbad der Gefühle, in dem sich Vorfreude, Sorgen, Ängste, Panik vor Überforderung und Selbstzweifel mit Stolz, Glück und tiefer Zufriedenheit mischen. In gewissen Massen ist dies alles völlig normal, trotzdem muss sich keine Frau davor scheuen, ihre Befindlichkeiten offen zu äussern. Regelmässige ärztliche Kontrollen schaffen Sicherheit, und viele Partner schätzen es durchaus, in jede Entwicklung und jeden Zustand mit einbezogen zu werden.

Paralleluniversum Mann 

Im Gegensatz zur Mutter fehlen dem Vater sämtliche körperlichen Erfahrungen im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft. Dennoch ist kein Mann dazu verdammt, teilnahmslos am Geschehen vorbeizuleben. «Er» hat zahlreiche Möglichkeiten, seine Partnerin bewusst zu unterstützen und sich aktiv einzubringen. Vielleicht teilt er (vorübergehend) ungewöhnliche Essgelüste, übernimmt die Bauchpflege, belegt einen gemeinsamen Geburtsvorbereitungskurs oder begleitet die Geburt. Es gibt sogar werdende Väter die aus Solidaritätsgefühl ähnliche körperliche Beschwerden entwickeln wie die Schwangere – das kann sehr tröstlich sein. Wichtig ist, nicht den geistigen Kontakt zueinander zu verlieren  und über alles zu sprechen - auch Männer dürfen Schwangerschaftssorgen haben!
 
Text: Claudia Eichhorn

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