Die 29. Schwangerschaftswoche (29 SSW)
Bewusste Wahrnehmung
Das Menschlein im Bauch nimmt immer aktiver am Leben der Aussenwelt teil. Es bewegt sich manchmal bewusst zu Lichtquellen hin oder auch davon weg, es dreht sich aufgelegten Händen entgegen oder zieht sich zurück. Es erkennt den Wechsel im Tagesablauf der Mutter und nutzt häufig die nächtlichen Ruhephasen, um sich so richtig auszutoben. Rücksichtnahme erwartet Mama hier vergeblich - ein keiner Vorgeschmack auf später. Das Gehirn ist inzwischen in der Lage, Atmung und Körpertemperatur zu kontrollieren und wächst stetig weiter. Auch bei den inneren Organen und bei den Geschlechtsteilen schreitet die Entwicklung weit voran - die Hoden verlassen die Bauchhöhle und finden ihren verbindlichen Platz, auch bei den Mädchen nähert sich die Form dem typischen Bild. Länger wird das Kleine momentan nicht unbedingt, dafür aber etwas runder.
Der dritte "grosse" Ultraschall
Zwischen der 29. Und
32. Schwangerschaftswoche findet beim Arzt die dritte und letzte vorgeschriebene sonographische Untersuchung statt. Die Kopfgrösse des Kindes, der Durchmesser im Bauch- und Brustraum und die Länge von Schenkel- und Oberarmknochen werden ermittelt. Daran kann der Arzt erkennen, ob das Kind zumindest äusserlich altersgerecht entwickelt ist. Auch die Plazenta wird auf ihre Struktur und Lage hin überprüft. Dieser Termin beim Arzt bietet sich auch an, um über die bevorstehende Geburt zu sprechen. Fragen zu Komplikationen und medizinischen Möglichkeiten kann er zuverlässig beantworten und dabei sicher manche Sorge oder Zweifel zerstreuen. Manch eine werdende Mutter wird angesichts des näher rückenden Geburtstermines vielleicht ein wenig panisch. Der Austausch mit "Kolleginnen" - vielleicht auch im Vorbereitungskurs - hilft hier, wieder etwas ruhiger und ausgeglichener zu werden. Geburten sind sicherlich kein Spaziergang, aber durchaus zu überstehen. Wer von Ängsten geplagt wird, sollte sich auf die aufregende Zeit "danach" konzentrieren und sich ganz bewusst auf das Leben mit Baby freuen.
Text: Claudia Eichhorn