«Das ist meins!» – Spielzeugstreit einfach lösen

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«Das ist meins!» – Spielzeugstreit einfach lösen

Nichts ist so normal wie streitende Kinder – gerade, wenn es Geschwister sind. Der Geschwisterstreit ist für Eltern jedoch oft reine Nervensache. Es muss dabei aber bedacht werden, dass der Konflikt im Kinderzimmer eine wichtige Rolle in der Entwicklung des einzelnen Kindes spielt. Immerhin findet es im Bruder oder in der Schwester den perfekten Partner für die spielerische Konfliktlösung.

Kinder ernst nehmen

Jeder weiss, wie zermürbend das Geschrei aus dem Kinderzimmer sein kann, wenn man sich nach einem stressigen Tag als Elternteil eine kleine Auszeit nehmen möchte. Dies gilt vor allem dann, wenn es um Konflikte geht, die quasi täglich zwischen Geschwistern aufflammen. Ob die Wahl der richtigen Hörspielkassette oder der eine Stift, mit dem beide Kinder auf einmal gleichzeitig malen möchten. Die Ursachen, die die Stimmung unter Kinder schnell kippen lassen, sind vielfältig und sollten von Eltern grundsätzlich ernst genommen werden. Sätze wie «Stellt Euch nicht so an!» oder «Reisst Euch zusammen!» aus dem elterlichen Mund sind fehl am Platz. Zumal die elterliche Ruhepause meist der Auslöser für den Konfliktfaktor Nummer Eins ist: Langeweile.

Kinder denken einfach anders

Kinder denken in einfachen Schritten. Keimt Langeweile auf, sucht das Kind nach einer Beschäftigung. Sieht es dann, wie das andere Kind intensiv mit einem Spielzeug spielt und eben keine Langeweile hat, will das gelangweilte Kind natürlich gerade dieses Spielzeug, um seine eigene Langeweile abzuschalten. Der Streit und die damit verbundene Geräuschkulisse sind vorprogrammiert. Wer als Elternteil jetzt auf den sehr «erwachsenen» Gedanken des Teilens setzt, oder zeitliche Regelungen al á «Erst Du, dann gleich Du!», wird schnell merken, dass diese Bemühungen nur kurzzeitig fruchten. Auch das Wegnehmen des Konfliktauslösers führt häufig zum nächsten Streit aus kindlichen Schuldzuweisungen.

Kindern Aufmerksamkeit schenken

Auch wenn die elterliche Ruhepause ein jähes Ende findet, empfiehlt es sich, die Kinder abrupt aus der Konfliktsituation zu ziehen und so vom Streitauslöser abzulenken. Dazu sind am ehesten gezielte Beschäftigungsangebote geeignet, die beide Kinder aus dem «Teufelskreis Langeweile» befreien. Wie wäre es beispielsweise mit einer «Kuschelzeit"? Eltern meinen oft, dass eine kraftspendende Ruhezeit ausschliesslich ohne Kinder möglich ist. Dabei ist eine sinnvolle Kombination von «Krafttanken» und «Kinderbeschäftigung» oft so einfach, denn Beschäftigung heisst nicht gleich Aktivität. Gut beraten sind Eltern, die bei schwelenden Konflikten im Kinderzimmer rasch Platz auf der Couch schaffen, um gemeinsam bei einer Tasse heissem Kakao kuschelnd zur Ruhe zu kommen – hier darf übrigens ruhigen Gewissens auch mal der Fernseher helfen.
 
Text: Daniel D. Eppe