
Eine Studie hat gezeigt, dass in etwa 60% der Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 18 Jahren an Übergewicht leiden, Tendenz steigend. Übergewicht entsteht, wenn die Energiezufuhr den Energieverbrauch übersteigt. Die Lust auf Bewegung ist leider in den letzten Jahren bei jungen Menschen extrem gesunken. Sich vor dem Computer oder vor dem Fernseher breit zu machen ist relativ einfacher und bequemer als Sport zu betreiben. Die Folgeerkrankungen sind entsprechend verheerend. Das Risiko, schon in jungen Jahren an Bluthockdruck oder Diabetes zu erkranken, ist erschreckend hoch.
Doch neben der Ess- oder Fresssucht gibt es noch andere Formen der Essstörung, von denen hauptsächlich junge Menschen im Alter von 11-25 Jahren betroffen sind: Magersucht und Ess-Brech-Sucht. Jeder zweite – vorwiegend weibliche - Jugendliche, hat massive Angst davor, dick zu werden. Von Magersucht spricht man, wenn das Gewicht 25% unter dem altersgemässen Normalgewicht liegt. Menschen, die an der Ess-Brech-Sucht leiden, verstecken ihre Krankheit meistens sehr lange Zeit. Sie nehmen in Heisshungeranfällen meist grosse Mengen an Nahrung auf, die sie anschliessend – freiwillig - wieder erbrechen. Im Leben beider Gruppen von Essgestörten dreht sich alles nur ums Essen, Kalorien und Gewichtsabnahme.
Das Problem bei Menschen mit einer Essstörung ist, dass er oder sie sich selbst nicht als untergewichtig sondern eher noch als viel zu dick sieht. Deshalb ist es besonders schwierig die Möglichkeit einer Behandlung herbeizuführen. Diese ist jedoch unbedingt notwendig, um Folgeschäden zu verhindern. Eine Fehl- oder Unterernährung führt zu hormonellen Veränderungen, sowie einer Veränderung des Stoffwechsels. Auch psychische Probleme wie Depressionen oder Nervosität und Schlafstörungen kommen vermehrt vor.
Essstörungen, ob nun Esssucht, Magersucht oder Bulimie entstehen oftmals aufgrund psychischer Probleme. Das Elternhaus spielt eine entscheidende Rolle, wenn es um das Wohlbefinden des eigenen Kindes geht. Ohne fremde Hilfe werden es junge Menschen meistens nicht aus ihrem Dilemma schaffen. Eltern sollten sich gut über das Thema «Essstörungen» informieren und dem Jugendlichen helfend zur Seite stehen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Betroffenen die Hilfe auch annehmen.
Essstörungen sind eine ernst zu nehmende Krankheit, die nicht ungefährliche Folgeerscheinungen haben kann. Seine eigenen Essgewohnheiten ehrlich zu überprüfen kann dazu führen, dass das Essen wieder zu einem schönen und lebensnotwendigen Bedürfnis wird.
Text: Tina Voss