Hilfe, mein Sohn ist homosexuell!?

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Hilfe, mein Sohn ist homosexuell!?

Die Pubertät ist eine Zeit der Entwicklung und der Unsicherheiten. Nicht nur für den betroffenen Jugendlichen selbst, sondern auch für die Eltern. Da in dieser Zeit auch die Weichen für die Sexualität gestellt werden, herrscht oft grosse Verwirrung, wenn ein heranwachsender junger Mann plötzlich das Gefühl hat, dass das eigene Geschlecht eigentlich viel interessanter zu sein scheint als das andere. Eltern stehen dieser Tatsache oft hilflos gegenüber. Bleibt das so? Sollen wir unser Kind auf diesen Umstand hin ansprechen? Haben wir in der Erziehung versagt?

Kann man Homosexualität erkennen?

In der Phase der Pubertät fühlen Jugendliche sich oft einsam und unverstanden. Laut Experten gibt es keine eindeutigen Erkennungszeichen für Homosexualität, vor allem noch nicht in der Pubertät. In dieser schwierigen Zeit ist es normal, wenn junge Männern sich zu anderen jungen Männern hingezogen fühlen; dies ist noch lange kein Indiz für Homosexualität, sondern oft vielmehr Spass oder harmlose Spielerei.

Verdacht der Eltern

Wenn sich in Ihnen ein dahingehender Verdacht regt, wäre es unklug, den Nachwuchs direkt darauf anzusprechen. Grundsätzlich sollten Sie Ihrem Kind von vornherein eine offene und aufgeschlossene Erziehung angedeihen lassen, die auch eine entsprechende Offenheit beinhaltet. Das bedeutet jetzt nicht unbedingt hinsichtlich homosexueller Erfahrungen, sondern vielmehr sollte dem jungen Menschen klar gemacht werden, dass homosexuelle Gefühle und Liebe genauso zu unserer Gesellschaft gehören wie die heterosexuelle Liebe. Wenn Sie nun auf Ihren Sohn Druck ausüben, werden Sie ohnehin nicht weit kommen und vermutlich nicht erfahren, was Sie eigentlich wissen möchten.

Mein Sohn ist schwul – wie soll ich damit umgehen?

Hat Ihr Kind homosexuelle Neigungen an sich entdeckt, werden Eltern vermutlich nicht die ersten sein, die ins Vertrauen gezogen werden. In dieser Situation vertrauen sich Jugendliche sehr oft dem besten Freund oder der besten Freundin an, denn hier befindet man sich auf einer Ebene mit seinen Unsicherheiten und Fragen. Hat das Kind lange mit sich gerungen und ist dazu bereit, die Eltern ins Vertrauen zu ziehen, ist niemandem geholfen, wenn diese allzu heftig reagieren. Auch wenn es zuerst schwer fällt: Bemühen Sie sich um eine positive und offene Reaktion. Denken Sie daran, dass Ihr Kind mit Sicherheit lange mit sich selbst gerungen, denn es fällt alles andere als leicht, die Eltern nun ins Vertrauen zu ziehen. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie da sind und zu ihm stehen, denn das ist gerade jetzt besonders wichtig.

Was haben wir falsch gemacht?

Im ersten Schockmoment stellen sich Eltern meist diese Frage zuerst: Haben wir etwas falsch gemacht? Die Antwort ist einfach: Gar nichts! Die sexuelle Orientierung eines Menschen hat nichts mit der Erziehung im Elternhaus zu tun. Experten vermuten, dass die Veranlagung eine Rolle spielt, ein Zusammenhang zwischen Erziehung und Homosexualität konnte in keiner wissenschaftlichen Untersuchung bewiesen werden, vielmehr scheint die Genetik eine Rolle zu spielen.
 
Text: Sabine Trach