Identitätskrise in der Pubertätlesenswert!

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Identitätskrise in der Pubertät

Die Jugendzeit ist ein Zeitraum, in welchem ein Mensch den Übergang vom Kind in die Welt der Erwachsenen durchlebt. Nicht nur für viele Eltern und Angehörige, auch für die heranwachsende Person selbst ist diese Zeit nicht immer einfach. Oft genug hat man nicht nur mit der neuen Rolle an sich, sondern auch mit der eigenen Identität zu kämpfen. Von der physischen Seite aus betrachtet beginnt dieser neue Lebensabschnitt heutzutage nämlich immer früher. Die Zeit der Pubertät ist durch viele Entwicklungsaufgaben gekennzeichnet und für ein gesundes «Endprodukt» sind die ersten, prägenden Lebensjahre nicht unwesentlich.

Die Pubertät – eine ganz besondere Lebensphase

Jedes Lebensalter ist mit bestimmten Entwicklungsaufgaben verbunden. Diese kann man sich als Lernaufgaben vorstellen, welche absolviert werden müssen, um Fertigkeiten und Kompetenzen zu erwerben, damit die Anforderungen des Lebens möglichst konstruktiv bewältigt werden können. Die Zeit der beginnenden Geschlechtsreife (Pubertät) startet in der heutigen Zeit immer früher, die soziale und kognitive Reife hinkt aber meist noch etwas hinterher. Ein gesunder Mensch gilt dann als erwachsen, wenn er/sie gelernt hat, auf eigenen Füssen zu stehen - und für sich und andere eine Verantwortung übernehmen kann und das auch will.

Wieso sind die ersten Jahre besonders prägend?

Experten zufolge hängt die Persönlichkeitsentwicklung eines Jugendlichen ganz entscheidend von der seelischen Entwicklung in der Kindheit ab. Für eine möglichst ungestörte Persönlichkeitsentwicklung sind einige Faktoren Voraussetzung. Besonders wichtig ist hier, dass der noch ganz junge Mensch im ersten Lebensjahr die Möglichkeit bekommt, ein Urvertrauen aufzubauen und sich auf seine Bezugsperson verlassen kann. Die beginnende Autonomie, welche vom zweiten bis vierten Lebensjahr dauert, sollte verwirklicht werden dürfen. Im Kindergartenalter – d.h. im fünften Lebensjahr – sollte ein nicht zu sensibles Gewissen entwickelt werden und im Zeitraum des sechsten bis zwölften Lebensjahres sollte das Kind sich konstruktiv mit Aufgaben auseinandersetzen und Leistungen sein Eigen zu nennen, welche von den Mitmenschen akzeptiert werden.

Durch welche Entwicklung ist die Pubertät gekennzeichnet?

Was kann ich? Was erwarten andere von mir? Was will ich? Was gehört zu mir? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigen sich junge Menschen auf dem Weg zum Erwachsensein. Identität bedeutet die innere (geistig, leiblich, seelische) Einheit der Persönlichkeit. Durch folgende Entwicklungsaufgaben ist die Pubertät gekennzeichnet:  

  • Akzeptanz der eigenen körperlichen Erscheinung, d.h. den eigenen Körper und das eigene Aussehen annehmen und akzeptieren.
  • Einen Freundeskreis aufbauen: das Herstellen neuerer, tieferer Beziehungen zu Altersgenossen, sowohl männlich als auch weiblich.
  • Intime Beziehungen zu einem Freund/einer Freundin aufnehmen.
  • Das Lösen vom Elternhaus und Start in die Unabhängigkeit.
  • Vorstellungen von der Zukunft entwickeln: Wie soll der zukünftige Partner/die Partnerin/die Familie sein?
  • Sich selbst im Klaren sein, was man möchte und wer man ist.
  • Eine eigene Zukunftsperspektive entwickeln: man beginnt, sein Leben zu planen und steuert Ziele an, von denen man glaubt, dass sie erreichbar sind.

Text: Sabine Trach