
Es scheint ein Trend unserer Zeit zu sein. Immer mehr Jugendliche oder Teenager verlieren die Lust an so ziemlich allem. Darunter leidet natürlich auch die Schule ganz extrem: Hausaufgaben werden nur schlampig oder gar nicht mehr erledigt, immer öfter wird sogar der gesamte Unterricht geschwänzt. Experten vermuten den Grund darin, dass Schüler in der Regel nicht aus eigener Motivation zum Unterricht erscheinen, bzw. ihre übertragenen Aufgaben erledigen. Vielmehr besteht ein Zwang von Seiten der Lehrer und der Eltern. Entsprechend öfter treffen Jugendliche in Folge Massnahmen, die einen effektiven Unterricht unmöglich machen.
Die meisten aller Schüler schwänzen irgendwann einmal die Schule. Oftmals geht es darum, sich der Langeweile des Unterrichts zu entziehen oder seine eigenen Grenzen zu erkunden. Vor allem während der Pubertät tritt das Schulschwänzen durchschnittlich besonders oft auf. Hier verbergen sich oft Trotzreaktionen, soziale Notwendigkeiten werden strikt missachtet, ohne sich über die Konsequenzen im Klaren zu sein. Aber auch Ängste können einen Jugendlichen dazu bewegen, die Schule möglichst oft zu meiden. Oftmals werden Betroffene von anderen Schülern oder Lehrern gemobbt, sie fühlen sich durch die gestellten Aufgaben überfordert oder vielleicht sogar unterfordert. Solche Ursachen müssen unbedingt mit dem Jugendlichen abgeklärt werden, da sie der Beginn einer psychischen Erkrankung sein können.
Bei den meisten Jugendlichen und Teenagern greifen Methoden, die auf Belohnungsbasis funktionieren, nicht mehr. Teenager brauchen echte Perspektiven, die ihnen begreiflich und verständlich machen, WARUM sie ihren Lernerfolg und damit auch ihre Noten deutlich und langfristig verbessern sollten. Sie benötigen Anhaltspunkte, wieso sie den Unterrichtsstoff auch nach der Schule gebrauchen können. Solche Fakten zu vermitteln, kann natürlich nicht nur die Aufgabe der Schule sein. Vor allem die Eltern können sich hier aktiv beteiligen, indem sie beispielsweise ihren Nachwuchs möglichst sachlich über den späteren Berufsalltag aufklären und ihm die Verbindung zwischen dem Lernstoff und die Anwendbarkeit im Beruf verdeutlichen. Vielleicht lässt sich auch gemeinsam ein für den Jugendlichen interessanten (und seine Talente unterstützenden) Ferienjob finden, der erste Einblicke in das wirkliche Berufsleben zeigt. Teenagern wird so schnell klar, worauf es wirklich ankommt und wie wichtig die schulischen Kenntnisse letzten Endes sind.
Natürlich ist nicht jeder mentale Durchhänger eines Kindes oder eines Teenager gleich mit ernsten und dauerhaften Problemen gleichzusetzen. Zeiten, in denen es einfach an Motivation fehlt, sind völlig normal. Wenn sich dieser Zustand allerdings nicht ändert, sollten Eltern hellhörig werden und gegebenenfalls den Kontakt mit dem Lehrer suchen. Strafpredigten und Zwang sind hier fehl am Platz. Ein Gespräch mit dem Teenager sollte eher helfen, die tatsächlichen Probleme aufzudecken, um gezielt gegen sie vorgehen zu können.
Text: Daniel D. Eppe