Was tun, wenn mein Kind auf Abwege gerät?

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Was tun, wenn mein Kind auf Abwege gerät?

Für Eltern ist es zwar meist schwer zu verstehen, aber ab einem bestimmten Lebensalter ist das Elternhaus nicht mehr das Zentrum des kindlichen Lebens, sondern die Freunde stehen an erster Stelle. Da kann es schnell passieren, dass der eigene Nachwuchs an den oder die «Falschen» gerät. Viele Eltern sehen dann gleich rot und wollen oder können mit der Situation nicht neutral umgehen. Verbote bringen rein gar nichts, sondern würden nur das Gegenteil bewirken. Doch wie soll man dem eigenen Kind klar machen, dass der/die ausgewählte Freund/in kein guter Umgang ist? Vor allem möchte man den Nachwuchs ja davor bewahren, in Schwierigkeiten zu geraten.

Die Priorität von Freunden

Die Möglichkeit, an falsche Freunde zu geraten ist nicht altersmässig begrenzt, sondern besteht das ganze Leben hindurch. Meist beginnt es im Kindergartenalter, denn hier knüpft der Nachwuchs oft erste Kontakte mit mehreren Artgenossen. Während sich bei Freundschaften im Kindergartenalter die Prioritäten alle paar Tage verschieben können, kann sich das bei Freundschaften ab einem späteren Zeitpunkt genau gegenteilig verhalten. In diesem Punkt unterscheiden sich die Bedürfnisse von Kindern und Eltern schon seit Generationen.

Die eigenen Vorurteile überdenken

Eltern sollten versuchen, die eigenen Vorurteile zu überdenken und den Freundeskreis des eigenen Kindes nicht bewerten. Auch ein bisschen Vertrauen in den eigenen Nachwuchs hilft, schliesslich wird der Sohn/die Tochter doch gute Gründe für genau diese Freunde haben. Haben Eltern allerdings das Gefühl, dass es dem eigenen Kind in diesem Freundeskreis nicht gut zu gehen scheint, ist es völlig in Ordnung, auch mal einzugreifen. Auf keinen Fall sollten sie verabsäumen, ihr Kind darauf aufmerksam zu machen, wenn sich das Gefühl einschleicht, dass von diesen Freunden eine Gefährdung ausgeht. Verbote führen zu nichts, Eltern sollten stattdessen versuchen, sich zu überwinden und die neuen Freunde nach Hause einzuladen und probieren, diese so näher kennenzulernen und zu verstehen.

Appell an die Eltern: Bleiben Sie neutral und sachlich!

Auch in Streitsituationen ist es wichtig, sich nicht wertend einzumischen. Führen Sie mit Ihrem Nachwuchs offene Gespräche indem Sie erklären, warum Sie glauben, dass dieser oder jener Freund nicht gut für das Wohl des Kindes ist. Schliesslich ist heutzutage das Thema «Kriminalität unter Jugendlichen» kein Fremdthema mehr und niemand möchte, dass der eigenen Nachwuchs eines Tages in ganz spezielle Kreise hineingezogen wird. In der heutigen Zeit ist es für junge Menschen leider ein leichtes, auf Abwege zu geraten. Und dass es in solchen Kreisen mehr falsche Freunde als Richtige gibt, muss nicht erst lange diskutiert werden. Die Verhängung von Hausarrest oder anderen Strafen ist aber meist sinnlos. Bei Verboten wird der junge Mensch erst recht Kontakt zu genau diesem Freund oder dieser Gruppe suchen. Aufklärung und gezielte Gespräche helfen da schon eher, im Notfall auch ein Besuch bei einer Erziehungsberatungsstelle.
 
Text: Sabine Trach