Bienchen & Blümchen – wie rede ich mit Teenagern über Sex?

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Bienchen & Blümchen – wie rede ich mit Teenagern über Sex?

Sexualaufklärung passiert heutzutage in den seltensten Fällen bei den gewöhnlich engsten Bezugspersonen – den Eltern. In vielen Familien sind sexuelle Themen völlig tabu. Dabei sammeln Teenager im Durchschnitt bereits im zarten Alter von 12 Jahren ihre ersten sexuellen Erfahrungen. So schwer sich manche Eltern auch mit Thema «Aufklärung» tun, liegt doch die Hauptverantwortung bei ihnen, sich mit ihren Kindern gemeinsam über dieses Thema auseinanderzusetzen.

Wie aufgeklärt sind heutige Teenager?

Eltern sind vielleicht der Auffassung, nicht über Sex zu sprechen wäre besser, da das Kind dann erst gar nicht auf die Idee kommt, welchen zu haben. Doch das ist ein Irrtum! Noch nie zuvor gab es eine Generation, die so leichten Zugriff auf Informationen über Sexualität hatte. In der Schule, durch Gleichaltrige, durch Zeitschriften, durchs Fernsehen und übers Internet. Bei dieser Selbstaufklärung spielt die Pornographie eine immer grössere Rolle. Bereits jeder zweite Junge und jedes zehnte Mädchen lässt sich von Pornos über Sex aufklären. Dabei bekommen Teenager ein völlig verzerrtes Bild von geschlechtlichen Beziehungen: Gefühle wie Liebe und Einfühlungsvermögen dem Partner gegenüber werden meistens hinten angestellt. Auf die Verhütung kann auch verzichtet werden, in den Pornos braucht so was doch auch niemand. Eine gefährliche Entwicklung! 
 
Um dem entgegen zu wirken, ist der Einsatz und die Verantwortung der Eltern gefordert. Die Frage, die sich Eltern stellen ist oft nur: Wie stelle ich das bloss an?

Wie kläre ich mein Kind auf?

Wenn man Elternteil von Teenagern ist, kann man davon ausgehen, dass das Kind über grundlegende anatomische Funktionen des Körpers Bescheid weiss. Auf eine Bienchen- und Blümchengeschichte soll eher verzichtet werden, da dies eher den Eindruck vermittelt, den Eltern wäre es extrem peinlich über Sex zu sprechen. Auch wenn es schwer fällt, Offenheit und Sachlichkeit sind hier der beste Weg.
 

  • Frühe Aufklärung: Die Aufklärung sollte schon in frühen Jahren einsetzen. Bereits im frühen Alter von 5 Jahren kann damit begonnen werden, dem Kind altersgemässe Informationen über den Körper zu erteilen. Meistens beginnen nämlich Kinder in diesem Alter, erste Fragen zu stellen. Diese frühe Aufklärung führt dazu, dass Teenager später verantwortungsvoller und bewusster mit dem Thema Sex umgehen und auch wissen, dass sie mit Fragen zu ihren Eltern kommen können.
  • Aufklärung vor der Pubertät: Mit der Aufklärung und Gesprächen über Partnerschaft und Geschlechtsbeziehungen spricht man mit Teenagern am besten vor Einsetzen der Pubertät bzw. bevor die sexuelle Anziehung beginnt. Intensive und offene Gespräche über Vorgänge im eigenen Körper und was beim Geschlechtsverkehr vor sich geht, können durch illustrierte, dem Alter angepasste Bücher hervorragend unterstützt werden.

Aufklärung in Sachen Empfängnisverhütung und Geschlechtskrankheiten

Bei der Aufklärung sollte auch unbedingt das Thema «Empfängnisverhütung» und «Schutz vor Geschlechtskrankheiten» angesprochen werden. Dem Teenager soll eingehend der Schutz vor ungewollten Schwangerschaften und Infektionen erklärt werden. Kondome sind der beliebteste und sicherste Schutz, vorausgesetzt, es wird richtig verwendet. Knapp 70% der Jungen und Mädchen im Alter bis zu 17 Jahren verwenden Kondome. Gefolgt von der Pille, die von rund 30% der Mädchen geschluckt wird. Dabei ist allerdings eine sorgfältige und  korrekte Einnahme Grundvoraussetzung. Bei Erbrechen oder Durchfall ist beispielsweise kein sicherer Schutz gewährleistet. Vorsicht: Die Pille schützt nicht vor Geschlechtskrankheiten!
 
Eltern tun gut daran, ihren Kindern beizubringen, sexuelle Beziehungen erst dann aufzunehmen, wenn man sich auch in der Lage sieht, mit den Konsequenzen einer eventuell ungewollten Schwangerschaft fertig zu werden. Die emotionalen und körperlichen Schäden sind oft sehr gross!

Fazit

Für einen heranwachsenden Jugendlichen gehört es ganz natürlich mit dazu, den eigenen Körper und seine eigene Sexualität kennen zu lernen. Damit der Teenager keinen falschen Eindruck durch «Aufklärung auf der Strasse» bekommt, sind Eltern gefordert, offen über die natürlichste Sache der Welt zu sprechen.
 
Text: Tina Voss