
Eltern sind vielleicht der Auffassung, nicht über Sex zu sprechen wäre besser, da das Kind dann erst gar nicht auf die Idee kommt, welchen zu haben. Doch das ist ein Irrtum! Noch nie zuvor gab es eine Generation, die so leichten Zugriff auf Informationen über Sexualität hatte. In der Schule, durch Gleichaltrige, durch Zeitschriften, durchs Fernsehen und übers Internet. Bei dieser Selbstaufklärung spielt die Pornographie eine immer grössere Rolle. Bereits jeder zweite Junge und jedes zehnte Mädchen lässt sich von Pornos über Sex aufklären. Dabei bekommen Teenager ein völlig verzerrtes Bild von geschlechtlichen Beziehungen: Gefühle wie Liebe und Einfühlungsvermögen dem Partner gegenüber werden meistens hinten angestellt. Auf die Verhütung kann auch verzichtet werden, in den Pornos braucht so was doch auch niemand. Eine gefährliche Entwicklung!
Um dem entgegen zu wirken, ist der Einsatz und die Verantwortung der Eltern gefordert. Die Frage, die sich Eltern stellen ist oft nur: Wie stelle ich das bloss an?
Wenn man Elternteil von Teenagern ist, kann man davon ausgehen, dass das Kind über grundlegende anatomische Funktionen des Körpers Bescheid weiss. Auf eine Bienchen- und Blümchengeschichte soll eher verzichtet werden, da dies eher den Eindruck vermittelt, den Eltern wäre es extrem peinlich über Sex zu sprechen. Auch wenn es schwer fällt, Offenheit und Sachlichkeit sind hier der beste Weg.
Bei der Aufklärung sollte auch unbedingt das Thema «Empfängnisverhütung» und «Schutz vor Geschlechtskrankheiten» angesprochen werden. Dem Teenager soll eingehend der Schutz vor ungewollten Schwangerschaften und Infektionen erklärt werden. Kondome sind der beliebteste und sicherste Schutz, vorausgesetzt, es wird richtig verwendet. Knapp 70% der Jungen und Mädchen im Alter bis zu 17 Jahren verwenden Kondome. Gefolgt von der Pille, die von rund 30% der Mädchen geschluckt wird. Dabei ist allerdings eine sorgfältige und korrekte Einnahme Grundvoraussetzung. Bei Erbrechen oder Durchfall ist beispielsweise kein sicherer Schutz gewährleistet. Vorsicht: Die Pille schützt nicht vor Geschlechtskrankheiten!
Eltern tun gut daran, ihren Kindern beizubringen, sexuelle Beziehungen erst dann aufzunehmen, wenn man sich auch in der Lage sieht, mit den Konsequenzen einer eventuell ungewollten Schwangerschaft fertig zu werden. Die emotionalen und körperlichen Schäden sind oft sehr gross!
Für einen heranwachsenden Jugendlichen gehört es ganz natürlich mit dazu, den eigenen Körper und seine eigene Sexualität kennen zu lernen. Damit der Teenager keinen falschen Eindruck durch «Aufklärung auf der Strasse» bekommt, sind Eltern gefordert, offen über die natürlichste Sache der Welt zu sprechen.
Text: Tina Voss