Unglücklich verheiratet – Was tun?

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Unglücklich verheiratet – Was tun?

Manche merken bereits in den ersten Monaten ihres Ehelebens, viele erst nach ein paar Jahren, dass sie einfach nicht mehr glücklich sind mit ihrem Partner. Aber soll man deswegen wirklich gleich alles hinschmeissen? Schliesslich ist man ja verheiratet! Oft sind auch schon Kinder da. Was tun?

Der Alltag frisst oft die Liebe auf

Nach einiger Zeit des Zusammenseins stellt sich bei vielen Ehepaaren mit dem Alltag eine gewisse Gleichgültigkeit ein. Einseitiges oder gegenseitiges Desinteresse am Leben und Tun des anderen zerstört leider jegliche Liebe zueinander. Ein Grund für diese Entwicklung könnte das Auseinanderdriften der jeweiligen Interessen und Ziele sein, ob sie nun bildungsmässiger, freizeittechnischer oder familiärer Natur sind. Vor allem das Zusammenwohnen kann vielen Paaren das eheliche Genick brechen.

Konflikte wegen Haushalt und Finanzen

Stösst ein sehr ordentliches auf ein sehr unordentliches Wesen kann das mit der Zeit ganz schön viel Konfliktstoff in eine Ehe bringen. Verschiedene Vorstellungen von Freiräumen oder bei der Kindererziehung können ebenso Streitigkeiten heraufbeschwören. Lässt keiner der beiden einst Liebenden nach, wird es hart! Probleme können auch finanzielle Schwierigkeiten auslösen, verursacht vielleicht durch Arbeitslosigkeit oder den Verdienstausfall durch einen Mutterschaftsurlaub.

Zu viel Arbeit, Eifersucht oder psychische Erkrankungen

Viele Ehen leiden auch am Fleiss eines der Ehepartner in dessen Job. Ist dieser zu ehrgeizig, leidet oft die Freizeit und damit die gemeinsamen Stunden. Wenig Zeit für den Ehepartner und die Familie entfremdet in der Folge voneinander. Manche Ehepartner haben auch Probleme mit der Wesensart ihrer/s Angetrauten. Krankhaft eifersüchtige Ehefrauen oder Ehemänner bringen ihren Partner mit ihren Verdächtigungen genauso zum Verzweifeln wie Partner, die ein Alkoholproblem haben oder sonstige psychische Auffälligkeiten aufweisen, die man oft vor der Hochzeit nicht erkannt, sich erst danach entwickelt oder zuvor nicht ernst genommen hatte.

Selbsthilfe bei unglücklicher Ehe

Unglückliche Ehepartner sollten sich erst einmal fragen, wie gross ihr Problem wirklich ist. Ist man generell glücklich, ärgert sich aber nur jeden Tag über die Unordentlichkeit des Ehepartners? Oder ist da viel mehr, das einen stört? Eine Plus- und Minus-Liste, auf der man die positiven und negativen Aspekte der Ehe und des Partners aufschreibt, könnte helfen, sich selbst Klarheit zu verschaffen. Wie viel gute Basis hat die Beziehung? Hat man gemeinsame Ziele? Respektiert, wertschätzt und liebt man sich noch? Vertraut man sich? Herrscht Harmonie oder streitet man sich bereits, wenn man sich ansieht? Spricht man viel miteinander? Lacht man miteinander? Beantwortet man die meisten dieser Fragen mit einem NEIN, dann hat man wohl ein ernsthaftes (Ehe-)Problem.

Professionelle Hilfe bei unglücklicher Ehe

Eine Paartherapie kann unglücklichen Ehepaaren helfen, die Gründe ihrer ehelichen Misere herauszufinden und gemeinsam mit dem Psychologen, Sozialpädagogen oder Seelsorger zu lösen versuchen. Es wird dabei meist versucht, auf gegenseitige Schuldzuweisungen zu verzichten. Stattdessen wird gemeinsam mit verschiedensten therapeutischen Mitteln (wie z.B. Rollenspielen, etc.) ein Weg gesucht, um die verfahrene Ehesituation zu verbessern. Damit eine Eheberatung allerdings Erfolg hat, müssen beide Ehepartner eine Rettung der Ehe von ganzem Herzen wollen.

Fazit

Unglückliche Ehen müssen nicht unbedingt die Scheidung bedeuten. Ein ernsthaftes Abwägen der Probleme miteinander und eine Paartherapie können helfen, die Ehe wieder in glückliche Bahnen zu lenken. Übertreffen die Minuspunkte die Pluspunkte um ein vielfaches und helfen auch vernünftige Gespräche nichts mehr, hat das krampfhafte Festhalten an einer absolut nur Betrübnis verursachenden Beziehung allerdings wenig Sinn. Hat man alle Möglichkeiten, die Ehe zu retten ausgeschöpft, dann heisst es wohl am cleversten: Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende...

Text: Manou Rade